Kinder- und Jugendliteratur

Geschrieben von Karin - 30. Juli 2010

Außer Frage steht, dass „Hui Buh – das Schlossgespenst“ nur von Kindern gelesen oder gehört werden darf. Jugendliche, Eltern oder auch kinderlose Erwachsene haben sichtlich Spaß an den Geschichten und Abenteuern rund um Hui Buh. Das hat auch der Erfolg des gleichnamigen Kinofilms im Jahr 2006 gezeigt, der sicherlich nicht nur seiner Prominenz in der Hauptdarstellung durch Bully Herbig erreicht worden ist.

Und damit bleibt „Hui Buh“ nicht ein Einzelfall, da viele ursprünglich für Kinder und Erwachsene konzipierte Literatur viel von Erwachsenen gelesen wird. Wie hat sich aber die Kinder- und Jugendliteratur entwickelt und in welchem Stadium ist sie heute angelangt?

Von den Anfängen bis ins späte 19. Jahrhundert

Bis weit in die Neuzeit waren die meisten Menschen Analphabeten, wodurch sich die Frage nach einer speziellen Lektüre für junge Menschen erst gar nicht stellte. Die ersten Literaturen erfuhren wenn dann nur Klosterschüler, die mit Literatur in Berührung gebracht wurden, um religiös erzogen und aufgeklärt zu werden. Nach und nach schritt die Alphabetisierung unter Erwachsenen wie Kindern voran. Im Jahr 1658 gelangte dann das erste bedeutende Werk für Kinder und Jugendliche an die Öffentlichkeit: „Orbis sensualium pictus“ (Die sichtbare Welt) vom tschechischen Schriftsteller Johann Amos Comenius, der darin die Welt von Gott bis zu den Insekten erklärte und durch Illustrationen und Holzschnitte anschaulicher machte. Dieses Werk fungiert bis ins 19. Jahrhundert als Vorbild für ähnliche Bücher, die die Heranwachsenden mit der realen Welt vertraut machen sollten.

Bis ins späte 19. Jahrhundert hinein prägten aber auch moralistische Wertvorstellungen die Kinder- und Jugendliteratur. Die Kindersterblichkeit war sehr hoch und deswegen sollten derart moralistische Schriften die Kinder auf den wohl baldig einsetzenden Tod vorbereiten.

Habt ihr diese Bücher auch gelesen?

Eines der ersten und erfolgreichsten Kinderbücher, das vom Autor illustriert wurde, war dann der „Struwelpeter“ (1845) von Heinrich Hoffmann, der sich noch heute nationaler wie internationaler Beliebtheit erfreut. „Alice im Wunderland“ (1865) von Lewis Carroll ist laut Ansicht der Historiker das erste Werk, das vollkommen frei von moralistischen Gedanken ist. Im selben Jahr wie Alice erschienen die Max und Moritz-Geschichten von Wilhelm Busch. Zu den Paradigmen der Kinderbuchliteratur bleibt außerdem „Pu der Bär“ von A. A. Milne zu erwähnen. Heute liegen Kinder- und Jugendbücher durchaus auch härteren Hintergründen und gesellschaftlichen wie sozialen Themen, die sie betreffen und bewegen, zugrunde. Thematisiert werden Ausländerfeindlichkeit, Behinderungen, der Kampf um die Selbstbestimmung sowie die Scheidung der Eltern, was ein nicht seltenes Phänomen ist und was die Kinder scheinbar verarbeiten müsse.

Nichtsdestotrotz bleibt aber auch die Unterhaltungsliteratur wie „Hui Buh“ nicht aus. Nach wie vor werden leicht zu lesende Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die von spannenden Abenteuern („Emil und die Detektive“, „TKKG“), Liebesgeschichten („Ben liebt Anna“) sowie lustigen Geschichten wie „Die wilden Hühner“ von Cornelia Funke handeln.

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